Strassenradsport

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Eine Achterbahnfahrt durch’s Erzgebirge …KRUSNOTON – 11.08.2018

Schaut man sich das Höhenprofil der Strecken beim Krusnoton an, weiß der geneigte Leser, dass der Titel durchaus zutrifft und egal welche Strecke man unter die Räder nimmt, es eine große und schwere Herausforderung wird.

Teplice, 11. August 2018, lauschige 18 Grad und Sonnenschein in der früh. Während die Hartgesonnenen bereits seit um 7:00 Uhr unterwegs sind und auf 250 km 4900 Hm abreißen wollen, stehen Andreas und unser Radsportfreund aus Dresden, Albrecht mit noch einem Kollegen kurz vor 10 am Start in Teplice. Man sieht bereits jetzt, dass sich die Veranstalter sehr viel Mühe geben, um alles so perfekt wie möglich zu gestalten, schließlich zählt der Krusnoton als größte Veranstaltung für Hobby-Radler in Tschechien, bei der 2010 erstmals der Startschuss fiel. Sogar ein kleines Gastgeschenk in Form eines Paar Radsportsocken war im Starterbeutel enthalten. Neben dem 250er Kanten stehen zur Auswahl die 180 km (3500 Hm) und 110 km (1500 Hm). Als Vorbereitung und Generalprobe für den Ötztaler entschieden wir uns für die 180er (im Nachhinein hätten es für mich auch nicht mehr sein dürfen).

Zusammen mit ca. 700 weiteren Radsportverrückten auf den beiden um 10:00 Uhr startenden Strecken fahren wir von Teplice aus über sehr welliges Profil in Richtung osten bevor wir nach knapp 30km den ersten Gegner namens „Krupka“ (5,6 km bei 510 Hm) – ein sehr beliebter Trainingsberg der Sachsen – hochschniefen durften. Das Gefühl ist gut, die Beine leicht, die Sonne scheint, keiner überholt uns, dann kann das Timmelsjoch ja kommen. Naja..eins sei an dieser Stelle gesagt, ich bin es wohl etwas zu forsch angegangen. Entlang des Erzgebirgskamms fahren wir nun nach Westen in Richtung Cinovec bzw. Zinnwald. Nun beginnt es doch noch zu regnen. Es scheint keiner auf Regen eingestellt gewesen zu sein, denn ich habe bei keinem der vielen Radler eine Regenjacke gesehen. Mit Jacke würden In der Abfahrt nach Dubi auch die Regentropfen nicht so schmerzen im Gesicht – egal.

Wir rollen weiter westwärts nach Hrob – der Regen wurde kurzzeitig etwas weniger. Doch im Anstieg nach Mikulov (6,7 km und 428 Hm) öffnet der Himmel alle Schleusen und es ergießt sich ein Gewitterschauer über uns. Ich gebe zu, meine Motivation ist so ziemlich am Ende, aber man ist ja sowieso schon nass und irgendwann wird es auch wieder trocken. Albrecht’s Tempo kann ich nun nicht mehr ganz folgen. Er scheint heute einen guten Tag zu haben. Oben auf dem Kamm lies zum Glück dann der Regen

Auf dem Erzgebirgskamm fahren wir nun weiter nach Westen, an der Talsperre Flaje und dem Wintersportort Kliny vorbei nach Litvinov unter. Auf den 30 Kammkilometern sehen wir leider viele Radler mit einem Platten, die sicherlich auf den schlechten Belag entlang der Kammstraße zurückzuführen ist.

Nach halbwegs flachen Kilometern durch Litvinov (Leutensdorf) nach Loucna nehmen wir den letzten langen Anstieg unter die Räder. Auf 7 km gilt es 477 Hm zu überwinden, bevor wir oben in Dlouha Louka ankommen (ein weiterer sehr beliebter Trainingsberg der u.a. Dresdner). Wir fahren nun nochmal die Runde an der Talsperre vorbei, halten dieses Mal auch an der Labe an, was für mich auch bitter nötig war.

Hinter Litvinov drehen wir nun nach Süden ab, um dort die restlichen Kilometer und Höhenmeter zu sammeln. Laut Höhenprofil sind das ja nur ein paar Zacken, aber die sollten es in sich haben, stellte ich dann fest. Zeit für eine Erholung haben wir hier nicht, denn wir erwischen eine gute und schnelle Gruppe, in der wir ordentlich Tempo machen. Wir sind ja auch nicht zum Spaß hier *lol*. Allein auf diesen letzten knapp 50 km müssen wir an die 600 hm mit teilweise sehr steilen Stücken über 10 % kraxeln. Albrecht muss ich nun ziehen lassen. Er verkraftet das sehr wellige Terrain doch wesentlich besser als ich und kann ein höheres Tempo gehen. Also vereinbaren wir, dass wir uns dann im Ziel treffen. Angesichts der 10 Minuten, die er auf den noch verbleibenden 20 Km bis ins Ziel herausfuhr, schien ich schon etwas länger eine „Bremse“ zu sein. Auch wenn es wirklich harte Kilometer sind, die Aussichten und die Landschaft entschuldigen die Strapazen. Die Region südlich von Teplice stellt sich als eine sehr schöne und landschaftlich reizvolle Gegend dar, die es sich lohnt auch noch weitere Male, vielleicht auf einer längeren Trainingsrunde, zu erkunden.

Noch einen kleinen Bogen um Teplice rum und schon waren wir in der Stadt. Viel Druck kommt nun nicht mehr an auf dem Pedal aber das ist mir jetzt auch egal. Ich will ins Ziel und was essen – endlich geschafft. 7 Stunden 9 Minuten brutto (6:55 netto bei einem 27er Schnitt) sind für mich absolut in Ordnung und voll im Rahmen meiner Möglichkeiten. Betrachtet man die einzelnen Strava-Segmente, leuchtet bei allen Anstiegen ein „PR“ – Persönlicher Rekord auf, so dass die Form in Richtung Ötztaler zumindest stimmt. Albrecht verfehlte in 7:00:01,8 denkbar knapp die 7-Stunden-Marke, ist aber dennoch auch sehr zufrieden. In Platzierung ausgedrückt bedeutet das für Albrecht Platz 139 und für mich Platz 150 von 267 gewerteten Fahrern auf der 180er Runde.

An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass es sich bei dem Krusnoton um eine wahnsinnig toll und liebevoll organisierte Veranstaltung mit familiärem Charakter handelt. An keiner Kreuzung oder Abbiegung musste man warten. Egal, ob eine Gruppe oder ein Einzelner kam, immer standen dort ausreichend Helfer (Polizei, Feuerwehr, Ehrenamtliche aller Altersklassen vom Schuljungen bis zum Pärchen im Rentenalter), die den gesamten Verkehr stoppten. Für die Teilnehmer waren das somit ideale Voraussetzungen, um trotz der Anstrengungen einen wunderschönen Sporttag zu erleben.

Nun heißt es Form bewahren und mit noch ein paar Runden sich fit machen für den Ötztaler Radmarathon am 2. September 2018 in Sölden, an dem bei der diesjährigen Ausgabe vom Sun-Sport-Team Andreas teilnimmt sowie unser Dresdner Freund Albrecht.

Weitere Informationen, Bilder und Videos sowie die gesamte Ergebnisliste gibt es unter www.krusnoton.cz/de

(Text: Andreas Hönisch)

25. Drei-Laender-Giro …auch einer unserer Klassiker – 24.06.2018

300 Kilometer Mythos … Vaetternrundan – 16.06.2018

Vätternrundan in Schweden – eine Volkssportveranstaltung, die seines Gleichen sucht.

Als ich nach meinen Urlaubsplänen in den letzten Wochen gefragt wurde, hatte ich immer geantwortet, dass wir nach Schweden fahren mit der Familie und ich den Urlaub mit einem Radevent verbinde – der Vätternrundan. Dabei geht es ein Mal um den zweitgrößten See in Schweden. „Und wie weit ist das?“, haben die meisten gefragt. Meine Antwort lautete: „300 km“. Es wurde weiter gefragt: „Und an wie vielen Tagen?“ Ich: „An einem!“ „Du bist ja verrückt.“ So in etwa gestalteten sich die Unterhaltungen vor dem Urlaub. Tatsächlich sind 300 km schon eine ganze Menge Holz. Aber angesichts der Begeisterung rund um dieses Event vor Ort und den vielen, vielen Teilnehmern von jung bis alt, von sportlich bis nicht so sportliche, mit Material von Carbonrenner bis Stahlschwein oder Damenrad und Schwedenfahne am Heck – das Event hat schon etwas Besonderes.

Der Ablauf gestaltete sich wie folgt: Am Freitag ab 19:00 Uhr starteten die Veteranen auf ihre Seeumrundung. Danach folgten in 2 Minuten-Abständen jeweils weitere 30 Starter, durch die Nacht hindurch, bis am Samstagmittag die letzten „Verrückten“ von insgesamt 19.000! losrollten. Dies waren dann recht sportliche Amateurteams, die in „Belgischer-Kreisel-Manier“ für die Strecke zwischen 7 und 8 Stunden benötigten.

Mir wurde die Startzeit 00:24 Uhr zugelost. Von unserem Ferienhaus, ca. 40km entfernt vom Startort Motala, rollte ich abends 22:00 Uhr den Radlern entgegen. Am Straßenrand machten es sich die Zuschauer mit Campingtisch und Stuhl, mit einer Kaffeekanne oder einem Sixpack Bier bequem und applaudierten den Fahrern. Mit wurde auf Schwedisch etwas zugerufen, was ich als „falsche Richtung“ deutete ;-) . In Motala angekommen, war es Inzwischen schon dunkel und mit 10 ° C auch etwas kühler geworden (um diese Zeit geht die Sonne in diesen nördlichen Breiten erst ca. 23:00 Uhr unter). Zeit für einen Kaffee und die geschmierte Stulle. Kurz vor dem Start nochmal Luftdruck checken und schon ging es in die Startbox. Meine Mitstarter derselben Startzeit waren recht sportlich unterwegs und wollten wohl auch zügig vorwärts kommen. Das kam mir nur recht und so donnerten wir mit einem 35er Schnitt gegen den Wind nach Süden. Es war schon recht anstrengend dieser Abschnitt. Dunkel und nur die Lichter der Vordermänner waren zu sehen, immer wieder ausweichen und überholen – es waren sehr viele Radler unterwegs, die die Vätternrundan relativ gemütlich fahren und genießen wollten.

Die erste Verpflegungsstation nach 40 km ließen wir aus, die Gruppe harmonierte gut und so rollten wir bis zur ersten großen Verpflegungsstation nach etwas mehr als 100 km in Jönköping – bekannt für seine Zündholzindustrie. Es war mittlerweile auch schon hell und zum Frühstück um 3:50 Uhr gab es Kötbullar mit Kartoffelbrei und einer sauren Gurke, dazu eine Milch, zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, aber wie sich später herausstellen sollte, wohl doch nicht so schlecht. Nach einem kurzen Halt am Wasser, um den Sonnenaufgang zu fotografieren, suchte ich mir die nächste Gruppe, die von hinten heranrollte und wie ich dann feststellen musste, war das eine ziemlich Gute. Die folgenden 50-60 km ballerten wir in der Gruppe, stets mit Tempo um die 40 km/h, den See entlang.

Kurz vor meinem nächsten geplanten Stopp an der Verpflegungsstation in Hjo (dort sollte es die beste Lasagne geben) ereilte uns nun doch noch der Regenguss, von dem eigentlich in der Vorhersage keine Rede war. Zum Glück hatte ich auf meine Frau gehört und die Regenjacke doch noch eingepackt. Nun ja, triefend nass, Schuhe durch, Hosen durch, pitschnasse Straßen und ein Temperatursturz von 5 Grad – aber die Lasagne hat trotzdem geschmeckt. Von hier an waren es noch 126 km. Die Restdistanz konnte man am Straßenrand stets verfolgen, denn alle 10 Km stand eine Tafel mit der Restangabe.

Eine Anmerkung zwischendurch: Insbesondere in der zweiten Rennhälfte – es war nun früher Vormittag – überholten wir sehr viele niedrige Startnummern mit Startzeiten zwischen 19:30 Uhr und 23:00 Uhr. Während ich erst ca. 6 oder 7 h im Sattel war, kurbelten diese Helden bereits schon mehr als 10 h und hatten doch 70, 90 oder über 100km vor sich – RESPEKT!

Die Verpflegungsstation in Karlsborg wurde wiederum ausgelassen und ich rollte dieses Mal viel allein. Das lag vor allem daran, dass von hinten keine Gruppe kam, ich viele überholen konnte, aber mich selbst auch bei keinem dranhängen konnte, da die Lasagne und der Kartoffelbrei zum Frühstück wohl ausreichend Energie geliefert haben und ich schneller unterwegs war. Mir ging es also noch blendend.

Irgendwo bei Boviken (225km <> 72km Rest) rollten dann 3 relativ schnelle Fahrer heran, die sage und schreibe 1,5 h nach mir gestartet waren – mal sehen, ob ich da mithalten kann. Die ersten 10km wechselten sich die 3 selbst ab (Tempo immer um die 40), ohne dass ich auch nach vorn musste (obwohl ich auch gekonnt hätte…naja…Körner sparen). Dann war ich aber auch mal an der Reihe und es ging noch erstaunlich gut, das Tempo konnte ich auch halten, so dass wir dann relativ fix bei der letzten Verpflegung bei Km 274 waren. Ich hielt nochmal an und trank 2 Kaffee.

Der Rest der Strecke verlief teilweise auf der sehr stark befahrenen Landstraße mit mittlerweile dichtem Verkehr. Dieser Abschnitt war der Nervigste, wobei man vor den Autofahrern den Hut ziehen muss. Alle waren sehr rücksichtsvoll und sind äußerst defensiv gefahren. In Deutschland wäre man schon 5 Mal angehupt worden, nur weil man sich erdreistet, einen anderen zu überholen. Zu meiner Verfassung nach mehr als 280 km: sehr gut bzw. erstaunlich gut. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach der Distanz noch halbwegs fit bin. Rein von der körperlichen Verfassung hätte man noch 100km weiter fahren können. Doch die Freude meine Tochter und meine Frau im Ziel wieder zu sehen überwog selbstverständlich. Ich bog auf die Zielgerade ein, an der hunderte von Menschen standen, um Ihre Liebsten in Empfang zu nehmen. Auch ich blickte mich um und sah kurz hinter der Ziellinie das strahlende Gesicht meiner Tochter und das Lachen meiner Frau. Mit einem lauten „Papa“ wurde ich empfangen und gleich gedrückt – ein toller Moment jedes Mal.

Die Fakten: 302 Km, 1.500 Hm, Fahrtzeit 9:05 (netto) 10:24 (brutto), Schnitt 33,3 km/h, 5.200 Kalorien verbraucht.

Fazit: Tolle Veranstaltung, viele begeisterte Zuschauer, äußerst entspannte Atmosphäre auf und neben der Strecke, Startzeit in der Nacht empfinde ich als gut, da man vormittags bzw. nachmittags das Ziel erreicht und nur eine kurze Dunkelheitsphase hat, rundum gelungen und wirklich sehr sehr gut organisiert. Das einzige Manko, was bleibt und was sicherlich auch nur meine persönliche Meinung darstellt: Bei jeder größeren Marathonveranstaltung wie z.B. Ötztaler, Dreiländergiro, Maratona dles Dolomites u.v.a. gelingt es dem Veranstalter, außer einer Medaille oder Urkunde, ein kleines Starterpaket zusammenzustellen und so den Teilnehmern noch ein kleines Erinnerungsstück zu übergeben. Es muss nicht jedes Mal ein Trikot sein, wobei so etwas sicher auch drin wäre. Es reichen ja ein paar Socken, ein Halstuch, eine Satteltasche oder eine Mütze – irgendwas Kleines. Diese Dinge gibt es natürlich vor Ort, sind aber kein Schnäppchen. Andere mögen hier anderer Auffassung sein, aber ein kleiner Starterbeutel sollte bei über 100 € Startgeld drin sein.

Trotz alledem bleibt es ein super Event mit einer fantastischen Organisation.

(Bilder: Andreas Hönisch & Sportograf / Text: Andreas Hönisch)

Abenteuer: 25 JAHRE SUN-SPORT-TEAM – 10.06.2018

Sonntag Morgen 5:57 Uhr, ich checke grad eben noch die Wetterprognose – 28 bis 32 Grad, Unwetterwarnung mit Gewitter und Hagel zu 80 %, als mein Telefon “BING” macht und eine Nachricht erscheint: READY :-) . Sportsfreund Raik steht vor meiner Tür …auf zum Elsterwerdaer Treffpunkt, dem BMW Autohaus Berger um pünktlich 6:45 Uhr in Bad Liebenwerda, vor dem Mittteldeutschen Marionettenmuseum am Lubwartturm zu sein. Zu Zehnt klappt das auch locker. In Bad Liebenwerda treffen wir dann auf die restlichen Vereinsmitglieder und unsere Unterstützer für den heutigen Tag, Kathleen & Sven Berger vom BMW Autohaus Berger mit Ihrem Kollegen Jürgen Kunath und Bürgermeisterin Anja Heinrich mit Elvira Rokitte vom Stadtarchiv und Mitglied des Heimatvereins Elsterwerda. Um 25 Jahre SUN-SPORT-TEAM gebührend zu bejubeln wollen wir heute den Lutherpass, eine Art Reisepass der Touristen als auch Bewohner unserer Region den Stellenwert eben unserer Region in der Geschichte der Reformation näher bringen soll, an einem Tag abfahren. Auferlegtes Ziel: 262 km!   …die kürzere Runde immer noch mit 156 km! Marco, als einer der zwei noch aktiven Vereinsgründer begrüßt alle und Frau Rokitte erzählt uns was Luther so in Bad Liebenwerda gemacht hat.

…hättet ihr gewusst, dass er sich hier im Herbst 1519 ein Mal zu einem Streitgespräch mit einem Abgesandten des Papstes aus Rom getroffen hat? Welches aber ergebnislos blieb…

7:00 Uhr – die Tachos sind genullt, Start und auf nach Finsterwalde. Auf autoleeren Landstraßen rollen 16 Rennräder mit einem vorsichtigen 27er Schnitt durch Felder und verschlafenen Dörfchen. Ich persönlich bekomme davon fast nix mit, ich fummel an meinem Tacho rum, der zeigt außer Puls und Höhenmeter fast nix an. Diagnose: in irgend einem Sender ist wohl die Batterie leer – Mist! Knapp eine Stunde später stehen wir vor dem Sänger- und Kaufmannsmuseum in Finsterwalde.

…hättet ihr gewusst, dass dieser Luther wohl nie in Finsterwalde war? Aber die Trinitatiskirche ist eine der ersten rein evangelischen Kirchenbauten und wurde nach Luthers Ideen für ein reformatisches Gotteshaus gebaut und 1585 vollendet…

Fünf Kilometer hinter Finsterwalde wechselte ich meine Positon im Feld von der Führung nach ganz Hinten und begann ein lustiges Gespräch mit Sportsfreund Raik, als dieser nach ein paar Minuten plötzlich meinte: “mein Rad fährt grad ganz unruhig, es schlingert…” Blick nach unten: Reifen platt! Blick nach vorn: das Feld ist schon gute 50 Meter weg. Wir versuchen noch mit Rufen auf die Panne aufmerksam zu machen aber das hört bedingt des Fahrtwindes keiner mehr. Zwei Versorgungsfahrzeuge hinter uns stoppen aber ebenso und wir wechseln den Schlauch. Frau Bürgermeisterin hilft enthusiastisch mit beim Reifen aufpumpen und 7 Minuten später geht mit etwas über 40 kmh die Aufholjadt los. Nach guten 5 oder 6 Kilometern sind dann Raik und ich platt am Schloss in Doberlug Kirchhain (Stempelpunkt 3) angekommen und stoßen auf 14 fragende Gesichter.

…hättet ihr gewusst, dass sich hier vor mehr als 1000 Jahren Zisterziensermönche ansiedelten und deren Kloster “Dobrilugk” um 1550 durch Luthers Reformation auflöste? Denn schon 1521 hat sich die Kirche Wahrenbrück, 4 Jahre nach dem Thesenanschlag in Wittenberg, vom Kloster losgesagt, so folgten dann auch andere Gemeinden…

Schnitt 32, auf nach Herzberg! Zirka 15 Kilometer nach Doberlug war Raiks Hinterrad wieder platt. Jetzt galt es keine Zeit mehr zu verlieren, somit wurden Rad und er selbst in eines der Versorgungsfahrzeuge verfrachtet. Das Rad soll am nächsten Stempelpunkt repariert werden. Diagnose: das Drathgeflecht der Reifenflanke hat sich aus dem Mantel gelöst und den Schlauch zerstochen – technischer Defekt – Schlauch und Mantel neu drauf. Vor der Marienkirche in Herzberg treffen wir auf Sportsfreund Alexander Mack den es nach Potsdam verschlagen hat und der uns ein paar Kilometer begleiten will und auf Frau Jage, Mitarbeiterin der Stadt Herzberg und verantwortlich für Kultur und Tourismus. Sie berichtet kurz und knapp über die umfangreiche Arbeit von Luther in der Stadt.

…hättet ihr gewusst, dass er hier zusammen mit Philipp Melanchton die erste Schulordnung für die Lateinschule verfasst hat? Dieses Aufstehen zu Beginn der Stunde, der Respekt dem Lehrer gegenüber wurde hier begründet…

Weiter gehts! Hier splittet sich die Gruppe der 156 km von den 262ern ab. Bernd Raum, Stephan Lipsky, Helmut Richter, Jörg Hietzke und Raik Mantei nehmen zusammen mit Herrn Kunath und einem der Versorgungsfahrzeuge den Weg direkt nach Torgau und Mühlberg. Und wir starten mit einem aus Süd-West kommenden Wind und der Zahl 39 auf unseren Tachos gen Jüterbog. Auf der Bundesstraße zahlt sich die Überlegung, die Tour durch Begleitfahrzeuge abzusichern vollkommen aus. Ohne diese wären einige von uns schlichtweg über´n Haufen gefahren worden. Eine Stunde später ruckeln wir über das historische Kopfsteinpflaster von Jüterbog zum Stempelpunkt Nummer 5, dem Mönchenkloster. Bei unglaublich lecker geschmierten Schnittchen, Red Bull und Müsliriegeln beginnt Frau Rokitte mit ihren Ausführungen.

…hättet ihr gewusst, dass Luther hier zusammen mit seinem Anhänger Thomas Münzer richtig zuschlug, da diese mit den Praktiken des Ablasspredigers Johann Tretzel nicht konform gingen…

Alex verabschiedet sich wieder nach Potsdam und wir folgen dem alten Pilgerweg, dem heute benannten Luther-Tretzel-Weg nach Wittenberg. Marco empfiehlt einen ruhigen Schnitt von 27 und kurze Wechsel da der Wind zugelegt hat und sich uns entgegenstellt. 3 Kilometer nach Jüterbog dann die erste und einzige Umleitung des Tages. Für ca. 300 Meter fahren wir mal 9 Kilometer inklusive Schrankenstopp – wieder Zeitverzug. Knapp 1 1/2 Stunden später drücken wir uns vorbei an Bahnanlagen und Industriegebieten und erreichen das Zentrum vom Wittenberg und somit das Zentrum von Luther Schaffen. Der Wind hat uns arg zugesetzt, sodass Sportsfreund Ronny nach über 170 Kilometern aufgeben musste. Bedingt des Stadtfestes um Luthers Hochzeit war es uns nicht möglich den Stempelpunkt in der Touristeninformation,  noch wenigstens die Schlosskirche anzufahren.

…um die Rolle Wittenbergs und Luthers Reformation der Kirche sind wir uns alle bewusst. Daher erspare ich mir weitere Aufführungen, das würde ehh den Rahmen sprengen…

Wir liegen mehr als eine Stunde hinter unserem Zeitplan, das Thermometer zeigt was von 29 Grad, die Sonne lacht uns ins Gesicht und der Wind hat auf Nord-West gedreht – rauf auf´s Pedal. Mit 33 bis 38 kmh rollen wir durch Dörfer mit wunderbarem Asphalt, entlang der Elbdeiche gen Torgau. Gegen 15:30 Uhr, unsere 5 Recken der 156er Runde haben längst das Ziel erreicht, rollen wir nach über 200 Kilometern auf dem Tacho (außer auf meinem) auf den Marktplatz von Torgau ein. Kurz ein Foto vor dem Rathaus und runter zum Schloss Hartenfels.

…hättet ihr gewusst, dass 1517 die Wittenberger Thesen auf Schloss Hartenfels unter strengster Geheimhaltung gedruckt wurden? Das 1524 das erste evangelische Kirchengesangsbuch vom Torgauer Kantor herausgegeben wurde? Das er 1530 mit Melanchton u.a. die “Torgauer Artikel”, die als Grundlage der Augsburger Konfession galt verfasste? Und er 1544 die Schlosskirche weihte, die als erster protestantische Kirchenneubau galt…

Jetzt noch ein Stück Kuchen in den Magen, die Trinkflasche gefüllt und weiter in Richtung Belgern – 37 kmh sind jetzt permanent zu sehen, man merkt aber wie die ersten von uns abschalten und nur noch wie in Trance Fahren. Gespräche kommen kaum noch auf – ja, es ist hart! Gegen 17 Uhr stehen wir dann vor dem Tor zum Museum Mühlberg 1547. Der letzte Stempel wird in den Pass gedrückt und hier gibt´s sogar nen Fotofixautomaten, laso lächeln wir was das Zeug hält. Nach unserem Tagespesum eher eine skuriele Veranstaltung aber (entschuldigt den Ausdruck) geil!

…hättet ihr gewusst, dass ein Nonnenkloster aus 1288 nach über knapp 250 Jahren, nämlich 1539 in ein evangelisches Stift umgewandelt wurde? Und dass hier mit einer historisch wichtigen Schlacht der Schmalkaldische Krieg im Jahre 1547 endete? Davon erzählt das Museum…

Auf zur letzten Etappe! Wir beschließen kurzerhand auf Grund der jüngst gesplitteten Straße die Stecke über Bad Liebenwerda nach Elsterwerda abzuwandeln und verlassen den “kürzesten” Weg – is jetzt auch egal. Von Osten her wird der Himmel dunkler und jetzt sieht es wirklich nach   …ja, es Regnet. Wir durchfahren Bad Liebenwerda und aus dem Tröpfeln wird ein schöner Landregen – weiter, noch 10 Kilometer. 300 Meter vorm SUN-SPORT-Studio / unsrem Ziel platzt der Regen dann richtig runter aber egal! Um 18:17 Uhr HABEN WIR ES GESCHAFFT!!!

Nach 278 Kilometern haben Bernd Nürbchen, Harald Rindfleisch, Tilo Pollack, Fred Lieske, Marco John, Christian Heinrich-Jaschinski, Ralf Hönisch, Tom Alsdorf, Christian Benkhardt und ich, Mario Friedel geschafft. Besonderer Dank gilt, denn diese haben 278 Kilometer vor oder hinter uns mit zeitweiligem Schneckentempo im Auto verbracht, Frau Rokitte die uns mit ihren Infos um unser aller Region und deren Religion den Tag zu etwas ganz besonderm machte, Frau Bürgermeisterin Heinrich, die uns bei den zwei Pannen mit vollem Körpereinsatz an der Luftpumpe unterstützte und Frau & Herrn Berger, sowie Herrn Kunath (über 156 km) vom BMW-Autohaus Berger, die uns den Weg wiesen, das Ziel erreicht.

Danke für dieses Abenteuer!

TransERZ-RTF – 26.05.2018

Der Tharandter Radmarathon mit Start und Ziel im Kurort Hartha – ein mittlerweile fester Bestandteil im Sun-Sport-Team Kallender. Auch in diesem Jahr nahmen 3 Vereinsradler (Tom, Ralf und Andreas) und der Radkollege Albrecht aus Dresden die 150km – Runde unter die Räder. Der “Tharandter” ist in jedem Jahr ein beliebtes Ziel, da wir Flachlandtiroler im Süden Brandenburgs nicht so viele Hügel und so wenigstens mal ein paar Berge fahren können. Aber ein nicht minder gewichtiger Punkt spielt die tolle Organisation des gesamten Teams vom “Radteam Tharadter Wald”. DIe Verpflegung und die Herzlichkeit an den Verpflegungsstationen unterwegs sind beispiellos. Da können sich manch andere Events in den Alpenregionen, mit deutlich höheren Gebühren, mal eine dicke Scheibe abschneiden.
Zur Runde gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Wir hatten bis auf einen kurzen Schauer in Altenberg, bestes Radfahrwetter, nach dem Start dann auch genug Luft auf dem Reifen ;-) und am Ende des Tages zwar ein paar schwere Beine, aber wir waren ja nicht nur zum Kuchen essen dort. Die 150er Runde mit 2200Hm haben wir mit einem Schnitt von knapp 28 km/h runtergerissen und haben uns das verdiente Bierchen im Ziel schmecken lassen. Liebes “RTTW”, bitte macht weiter so!
(Text und Bilder: Andreas Hönisch)

25 Jahre Ausdauersport im Elbe-Elster-Land / 25 Jahre SUN-SPORT-TEAM

Der Ausdauersportverein “SUN-SPORT-TEAM” Elsterwerda e.V. befindet sich heuer in der 25. Saison! Für uns der Anlass, ne Party nach unserem Geschmack zu veranstalten…

Am 10. Juni 2018 um 7:00 Uhr startet die Vereinsabteilung “Straßenradsport” auf zwei Distanzen:

Distanz 1: Bad Liebenwerda / Finsterwalde / Doberlug-Kirchhain / Herzberg / Torgau / Mühlberg / Elsterwerda = 156 km

Distanz 2: Bad Liebenwerda / Finsterwalde / Doberlug-Kirchhain / Herzberg / Jüterbog / Lutherstadt Wittenberg / Torgau / Mühlberg / Elsterwerda = 262 km

…und fahren dabei an einem Tag alle Stationen des Luther-Passes ab, den wir dabei auch abstempeln lassen. Schöner kann man unsere Region sicher nicht erfahren. Unterstützt und Begleitet wird die gesamte Tour vom Tourismusverbund Elbe-Elster und dem Heimatverein Elsterwerda e.V.

Sei live dabei, am 10.06.2018 von 7:00 bis 18:00 auf unserem facebook-channel und like uns. Sei ein Teil von uns!

[Galerie nicht gefunden]

Elsterwerda …Startpunkt einer Friedensfahrtetappe …und das in 2018!

…das Training laeuft in der 25. Saison

Rückblickend auf den grad zu Ende gegangenen Winter, sieht man mal wie Wetterabhängig Mann als Radfahrer ist! Die Läufer aus unserem Verein Spurten in zwei-Stunden-Zyklen durch die Region, wo ein Velopionier wie wir / fixiert an Pedal und Lenker binnen 10 Minuten bei -5°C sehr fix Schockgefrostet wird. Und auch wenn man im Keller auf dem Rollentrainer die Zeit verkurbelt, ist das nicht das selbe wie in der freien Wildbahn, denn die Nase so 52,4 cm vor der Wand und der Blick auf jede Pore wirken mehr hemmend…   Gut, youtube macht die Welt im Keller bunter aber dennoch fehlen da die lustigen Kommentare der Kameraden.

Aber dann: ab 11. März – GRAND OPENING!  …wir haben einiges nachzuholen!  Tagespensum 91,5 km. Zwei Wochenenden danach wurde die Landschaft nochmals arg mit diesem weißen Zauber verwohnt und wir ausgebremst, danach dann aber wirklich!

Und so führen uns die kommenden Wochen ab Ostern über 71 km, 92 km, 72 km und ab Mitte April – TADAAAA: 100,5 km und 115 km. Denn wir haben in unserem 25. Jahr so einiges vor!

Schneegloeckchenlauf mit dem Velo – 25.03.2018

Mit einem neuen Teilnehmerrekord ging der 9. Schneeglöckchen-Lauf in Ortrand zu Ende. Auch dieses Jahr waren mehrere Sportler des ASV mit von der Partie. Mehrere Läufer absolvierten die 15 oder 30 km. Vier Rennradler nahmen an der 70 km langen Radtouristikfahrt durch drei Landkreise und zwei Bundesländer teil. Wie gewohnt fanden alle eine spitzenmäßig organisierte Sportveranstaltung vor – in diesem Zusammenhang ein Dank an den Veranstalter und alle fleißigen Helfer.

(Text: Tom Alsdorf)

13. Roeder-Elbe-RTF – 17.09.2017

…wir fassen die Strapazen derzeit noch in Worte aber die Bilder sind schon im Kasten ;)

(Bilder: RSV Gröditz 1952)

2. Volksbank-Alleen-Radzeitfahren Hirschfeld – 03.09.2017

Zwei Wochen zuvor trafen wir uns nach dem Training bei Stephan um über Fahrtechnik und all die wichtigen Dinge am Rad zu Diskutieren, Philosophieren und Lamentieren …als Tom einwarf „in zwei Wochen ist wieder das Zeitfahren in Hirschfeld …über zehn Kilometer.“ Bernd meinte dazu „jaaa, das kann man mal machen.“ Tom Schrieb darüber nochmal in unsere WhatsAppGruppe und schon wurde der Kreis der Interessenten etwas größer…

So kam dann der Tag der Tage. Wir trafen uns alle, wie immer, um neun am Klub und während die Nichtstarter zur üblichen Sonntagsrunde gen Bad Liebenwerda fuhren, rollerten Tom, Andreas und ich unterstützt von Steffen nach Hirschfeld. Die Emotionen wurden intensiver, erst recht als wir in Plessa Süd auf die, schon für´s Zeitfahren, gesperrte Strecke kamen und dort unsere Mitstreiter auf ihren Zeitfahrrädern sahen – mein Gott, muss man 10.000 € auf den Tisch packen um so ein Rennen in Hirschfeld zu Fahren? Am Startpunkt trafen wir dann auf Peter und auch Freddy erblickten wir im Pulk der 71 Starter. Punkt 10 Uhr startete der erste Radsportler und genau 60 Sekunden danach je ein Weiterer. Wir Fuhren uns warm, quatschen mal mit Tom, Matthias und Christian vom RSV Gröditz und Fuhren uns wärmer.

10:55 ging es dann für mich los. Mit knapp 45 bis runter zur Doppelkurve, kurz Anbremsen und wieder rauf aufs Pedal – Puls über 180. Nach vielleicht 1,5 km drosselte ich das Tempo, so würde ich nicht durchkommen und suchte mir ne gute Trittfrequenz. Freddy kam mir schon entgegen. Nach der Pulsnitz – einen Gang hoch, den kann ich auch noch Drücken – Tempo 36 bis Plessa Süd. Der Wind kam sacht aus Nord-West-West. Dann die Wende und zurück! Raus aus dem Sattel und die Kiste auf Geschwindigkeit bringen. Nach vielleicht 500 m kam mir Tom entgegen, kurz danach schon Andreas – Mist, noch einen Gang hoch! Blick auf den Tacho – 37,8. Ich suche mir den leichtläufigeren Asphalt und umfahre die raueren Flicken. Dann über die Pulsnitz, Peter kommt mir entgegen und Hirschfeld ist schon wieder in Sicht. Jetzt zeigt der Tacho 37,6, Puls weiterhin 188, dann 38,2 kmh. Ortseingang Hirschfeld – im Augenwinkel sehe ich unsere Jungs, die die Sonntagsrunde über Hirschfeld gedreht haben, ich glaub die Jubeln und Klatschen – cool! Doppelkurve und die Hauptstraße hoch, der Zielbogen ist in Sicht, ich geh nochmal aus dem Sattel und schieb die Kiste bei der Zieldurchfahrt vor. Drin, nach 16:29.0890 Minuten!

Die Zuschauer geben echt alles! Tom kam knapp ne Minute später und kurz darauf Andreas…

Das Resultat: Peter: Schnitt 39,39 kmh, Andreas: 39,22 kmh, Tom: 37,00 kmh, Freddy: 36,51 kmh und ich 36,40 kmh. Peter erstritt sich in der Sonderwertung „Schradenland-Alleenkönig“ den 2. und Andreas den 3. Platz.

Im Anschluss radelten wir mit den Jungs vom Verein zurück nach Elsterwerda und setzten uns nochmal bei Tom zusammen um zu Diskutieren, Philosophieren und Lamentieren…

…bis nächstes Jahr und dann auch mit Zeitfahrlenker und einer aufs Zeitfahren ausgerichteteren Vorbereitung ;o)

(Bildquelle: www.sv-hirschfeld.de, Veronika Sličanová, privat)

VELOFONDO – Oschersleben – 12./13. August 2017

24 Stunden in der Motorsportarena Oschersleben auf dem Rad! Ziel war es, so oft wie möglich den Parcours zu umrunden und die Ziellinie nach 3,7 km Streckenlänge zu überqueren. Dieser Herausforderung stellte sich Vereinsmitglied Fred Lieske.

Nach 24 Stunden stand seine Leistung fest! Er gönnte seinem Körper gerade einmal knappe zwei Stunden Ruhe, forderte ihm in der verbliebenen Zeit 2730 Kurvendurchfahrungen, 4.485 Höhenmeter (die Zugspitze hat dagegen verschwindene 2.962 hm), einen über 24 Stunden hinweg gemessenen Schnitt von 32,7 kmh, 195 Umrundungen und somit einen Gesamtdistanz von 721,5 km.

Das Ergebnis: Platz 8 der Gesamtwertung und Platz 3 der Altersklasse Masters3. Auf diese Leistung kannst du stolz sein, Freddy – wir sind es!

(Bildquelle: www.motorsportarena.com, www.radsportonline.com)

31. Maratona dles Dolomites – 02.07.2017

Am 2. Juli 2017 startete ich zu meiner ersten Teilnahme beim Maratona dles Dolomites auf der langen 138 km – Strecke. Neben mir teilten dieses Vergnügen ca. 9000 andere Sportler.

Das Event

Ein Highlight für alle Marathonis ist die „Maratona dles Dolomites“ (Maratona Dolomiti, Dolomiten Marathon) in Südtirol, der traditionell am ersten Juli Sonntag stattfindet. 2017 stand die 31te Auflage dieses Klassikers unter dem Motto „Amur“ (also: die Liebe). Der Start ist in La Villa im Val Badia, Ziel ist in Corvara (ca. 3km auseinander). Von der Startlinie des Marathons in La Villa hat man u.a. auch direkt einen Blick auf den steilen Zielhang der Weltcup-Piste im Winter.

Wie auch bei anderen großen Marathons sind auch hier zahlreiche Gaststarter, die entweder ihre Form testen wollen oder einfach nur so mitrollern. So sieht man in den Ergebnislisten der letzten Jahre zahlreiche bekannte Namen insbesondere aus dem Biathlon- und dem alpinen Weltcupzirkus. Unter den Prominenten finden sich dieses Jahr der Südtiroler Skifahrer Manfred Moelgg, seine Schwester Manuela, Biathletin Dorothea Wierer. Als Gast von Pinarello (Sponsor des Maratona) ist der Brite Bradley Wiggins (Sieger Tour de France 2012) vertreten. Bei Youtube gibt es ein Interview beim Start mit ihm, welches ich auch hörte und nicht wusste, ob ich lachen oder verwundert mit dem Kopf schütteln sollte, denn so ein schlechtes Interview habe ich selten erlebt. Seine Worte beschränkten sich stets auf „Yeah“ bzw. „Yes“ – ganz ganz schlecht. Weiter im Text…

Die Strecke

Es gibt hier 3 strecken zur Auswahl, auf denen man auch während des Rennens noch umswitchen kann.

Kurz: 55 km – 1780 Hm (Sella Ronda), Mittel: 106 km – 3130 Hm, Lang: 138 km – 4230 Hm

Ich habe mich für die lange Strecke angemeldet, also fahre ich diese auch!

Für alle geht es zunächst auf die berühmte Sella Ronda mit Passo Campolongo, Passo Pordoi, Passo Sella und Passo Gardena (Grödner Joch). Wieder zurück in Corvara fährt man auf der kurzen Runde bereits ins Ziel. Ich fahre ein zweites Mal auf den Campolongo. Nach ein paar flacheren Kilometern muss man sich dann für die mittlere oder die lange Strecke entscheiden. Auf der Mittleren geht’s nun über die Pässe Falzarego/Valparola ins Ziel. Auf der langen ist nach dem „Hügel“ Colle Santa Lucia der Höhepunkt und gleichzeitig der Scharfrichter der Maratona zu überwinden – der Passo Giau. Dann geht’s bergab Richtung Cortina d’Ampezzo, wo der achte und letzte Berg des Tages wartet: der Passo Falzarego/Valparola (quasi ein Doppelpass). In La Villa angekommen, biegt man nochmal rechts ab zu einer kurzen und giftigen Steigung – die „Mur dl Giat“ (die Katzenmauer).

Der Rennsonntag

Petrus meinte es diese Woche besser. Stand ich die Woche zuvor noch bei strömendem Regen mit Blitz und Donner in Nauders zum Dreiländergiro am Start, hatten wir im Val Badia mehr Glück und es blieb zumindest trocken. Die Straßen waren zwar noch etwas feucht, auch kühl war es, doch die Pässe sorgen ja bekanntlich für Erwärmung. Bis dahin heißt es aber warten, warten, warten. Start ist 6:30 Uhr. Aufgrund der erstmaligen Teilnahme bin ich nur in der letzten Startgruppe und es dauerte sagenhafte 28 Minuten bis ich über die Startlinie rollen durfte. Es sind einfach zu viele Fahrer, die sich die schmale Talstraße in Richtung Corvara bewegen. Der Moderator sagte kurz vor dem Start, dass sich die ersten Fahrer wahrscheinlich schon am Passo Pordoi befinden, wenn der letzte Fahrer die Startlinie überfährt. Ich lachte kurz, doch er meinte das wohl ernst.

Passo Campolongo 1 (1875 m, 5,8 km, 353 Hm, 6,1 % im Schnitt)

„Zwischen La Villa und Passo Campolongo 9 km zäh fließender Verkehr mit Stau. Bitte fahren sie entsprechend vorsichtig“. Ich dachte ja, dass sich das Fahrerfeld sehr viel schneller auseinander zieht, doch dem war nicht so. Man musste wahnsinnig aufpassen, dass man hier nicht mit anderen kollidiert, denn es treffen sich viele gleich schnelle, langsamere und schnellere und alle in einem Pulk. Rechts die Langsameren, links die Schnelleren – nein, sowas hat man hier noch nicht gehört – alle durcheinander. Mit einem gemütlichem Durchschnittspuls von 130 geht’s nach oben.

Passo Pordoi (2239 m, 9,2 km, 638 Hm, 6,9 % im Schnitt)

Nach einer übervollen Abfahrt vom Campolongo, geht es nun in den Anstieg zum 2. Berg der Sella Ronda. Der Pordoi ist der am häufigsten befahrene Dolomiten Pass des Giro d’ Italia mit dem Fausto Coppi (il campionissimo) Denkmal auf der Passhöhe. Das Fahrerfeld hat sich zwar nun etwas auseinandergezogen aber dennoch sind wir teilweise 7-8 Fahrer nebeneinander. Mir geht es noch richtig gut, ich kann hier zumindest mein Tempo fahren und mit Blick auf das Marmolada-Massiv auch ein paar mehr überholen, als mich überholen. Auf der Abfahrt des Pordoi biegen wir nach ein paar Kilometer in Richtung Passo di Sella ab.

Passo Sella (2244 m, 5,5 km, 436 Hm, 7,9 % im Schnitt)

Nach einer scharfen Rechtsbiegung geht es dann auch sofort in den Anstieg hinein, wo nach ein paar hundert Meter eine Verpflegungsstation ist, an der ich nun auch das 1. Mal halte und mich mit Banane, Iso und ein paar Waffeln verpflege. Obwohl der Anstieg von den Daten her gar nicht so spektakulär ist, zieht er sich ganz schön in die Länge. Man hat nun aber wenigstens wieder Platz zum Strampeln. Auch die Abfahrt gestaltet sich etwas schöner. In manchen Kurven kann man sogar Ideallinie fahren.

Passo Gardena (2121 m, 5,8 km, 250 Hm, 4,3 % im Schnitt)

Das Grödner Joch geht auch ganz gut zu fahren. Hier hat man zwischendurch eine längere flache Passage, wo man nochmal Tempo aufnehmen oder die Beine etwas baumeln lassen kann. Nach Überqueren der Passhöhe geht es auf eine wunderschöne Abfahrt hinunter nach Colfosco bzw. Corvara. Die Abfahrt bin ich 2 Tage vorher schon gefahren und wusste wie genial sie ist. Eine Kurve reiht sich an die nächste – wunderschön. Plätze konnte ich hier viele gutmachen, die ich kurze Zeit später aber wieder „geplant“ verlor. Da wir in Colfosco unser Hotel hatten, habe ich mit Frau und Töchterchen ausgemacht, dass ich kurz anhalte. Die Freude war groß, als ich dann endlich kam, denn sie hatten mindestens eine halbe Stunde eher mit mir gerechnet, aber der späte Start und der Verkehr zum Anfang machten einen Strich durch die Rechnung. Ich rollte dann weiter nach Corvara, wo recht viele in Richtung Ziel abbogen und die 55 km finishten. Ich fuhr durch in Richtung Campolongo.

Campolongo 2 (1875 m, 5,8 km, 353 Hm, 6,1 % im Schnitt)

Endlich war auch hier mehr Platz. Ich konnte gut mein Tempo fahren und einige Plätze wieder aufholen. Die Zuschauerzahl hat sich nun gefühlt fast verdreifacht und ich genoss die Anfeuerungen und die Blicke nach oben und unten, wie sich die Straße in Serpentinen den Hügel hinauf-/hinabschlengelt. Auch die darauffolgende Abfahrt nach Arabba machte nun mehr Spaß. Von hier an gibt es praktisch das einzige Flachstück dieses Rennens.

Passo Giau (2236 m, 9,9 km, 922 Hm, 9,3 % im Schnitt, max. 15 %)

Der gefürchtete Giau, Schauplatz vieler Schlachten beim Giro ist der entscheidende Berg des Tages: Knapp 10 km mit quasi 10 % Steigung im Schnitt müssen hier hochgeknuspert werden. Hier kämpft jeder – mit sich. Es gibt Passagen, in denen mein Rox über 10 Minuten lang 12 % angezeigt hat. Ich habe mich in den Abschnitten richtig gefreut, als wieder eine 9 auftauchte! Irre! Naja…hier gibt es nicht viel zu schreiben außer „schwer….sehr schwer“. Ich war dann irgendwann oben. Die Abfahrt war dafür aber richtig scharf und hat enorm viel Spaß gemacht.

Passo Falzarego/Valparola (2200 m, 11,5 km, 786 Hm, 5,8 % im Schnitt)

Den Falzarego hatte ich mir im Vorfeld etwas leichter vorgestellt, da er von den Daten her leichter zu fahren sein sollte. Doch mit dem Giau in den Beinen sind 6 – 8 % auch verdammt steil. Hier konnte ich leider nicht mehr zulegen und kurbelte irgendwie nach oben – hauptsächlich endlich oben sein. Nach dem Erklimmen des Falzarego geht es nochmal 100 Hm hoch zum Passo Valparola (auch nochmal steil und fies). Es folgt eine wunderschöne und sehr schnelle Abfahrt hinunter in Richtung San Cassiano und La Villa.

Mür dl Giat (360 m, 50 Hm, 13,1 % im Schnitt, max. 19 %)

In La Villa steht ein letztes Hindernis auf dem Streckenplan: „Die Katermauer“: knapp 400m lang, aber 13% steil, nicht lang, aber nach 134km schon heftig. Hier wurde eine extra Fan-Zone eingerichtet mit Monitor und Liveübertragung des Rennens (Das Rennen wurde von Rai3 live übertragen!). Viele Zuschauern „peitschten“ uns diese Wand nach oben.

…Ziel

Das Ziel wurde wie bei einem Profirennen bereits 10 km vorher angekündigt. Neben dem 10 km- Bogen, dem 5 km – und 2 km – Bogen kam ich zur Flamme Rouge. Hier ist die Strasse links und rechts gesäumt mit Sponsor Plakaten, wie bei den Profis. Kurz vor dem Ziel warten wieder Frau und Tochter und begrüßen mich mit einem Jubeln – Freude natürlich auch bei mir sie zu sehen. Nach einem kurzen Stopp rolle ich rein und siehe da, ich werde kurz vorm Ziel sogar noch übersprintet. Da hat der Ehrgeiz einen Sportler noch gepackt und wollte sich im Gesamtklassement noch um den entscheidenden Platz verbessern. In bester Kittel-Manier hat er mich vom 2***., auf den 2*** verdrängt – Mist.

Ich bin bei meiner ersten Teilnahme mit 7h48min am Ende auf Platz 2.746 (262 in der Klasse) auf der langen Runde recht zufrieden und stolz, dass ich damit zumindest die Quali für eine bessere Startgruppe geschafft habe.

Für alle Finisher gibt es im Ziel eine Medaille und ein Basecap (oder 10 €) Im umfangreichen Startpaket sind eine hochwertiges Trikot und eine Weste von Castelli enthalten (diese Teile sind echt erste Sahne), eine Trinkflasche, ein Piccolo Sekt und Enervit Gels und Riegel.

…Fazit

Zu Beginn war ich erst hin- und hergerissen ob des Spaßfaktors. Lange Wartezeit, Stau bergauf, ersten beiden Abfahrt sehr gefährlich aufgrund der vielen Starter, doch die traumhafte Kulisse (bei Sonne sicherlich noch gei…) und die tollen und serpentinenreichen Auf- und Abfahrten überwiegen, so dass ich bestimmt nicht das letzte Mal dort gefahren bin. Die Runde eignet sich auch hervorragend zu einer „Genussrunde“ ohne den Druck eine bestimmte Zeit erreichen zu wollen. In Sachen Verpflegung musste man zwar nicht verhungern, aber da bietet der Dreiländergiro in Nauders (der Ötztaler sowieso) etwas mehr Abwechslung, denn an jeder Labe gab es zwar ausreichend, aber immer dasselbe: Brötchen, Banane, Waffel, Orangen, Iso, Wasser, Cola (das ist das, was ich gesehen habe). Trotz des Massenbesuchs in diesem Tal haben die Organisatoren, Polizei, Helfer alles im Griff. Alles ist durchgeplant und hat System. Tolle Orga.

Nun noch ein paar Fotos von Sportograf. Ein paar Videos, aufgenommen mit der GoPro, findet ihr zusätzlich hier:

(Text: Andreas Hönisch)

„Highway to Hell“ – Dreilaendergiro 2017 – 25.06.2017

Samstag, 24. Juni 2017 – die Sonne scheint in Nauders, warme 22°C, frenetischer Applaus um 9:47 Uhr, als der Dresdner Robert Petzold vom Petz Racing Team mit neuem Streckenrekord in 20h 40min das RaceAcrossTheAlps (RATA) zum 3. Mal in Folge gewinnt, danach Startunterlagen abgeholt und im Nachmittag bei fast 30° noch eine kleine Warm-Up Runde gedreht. Kaum zu glauben, dass es den nächsten Tag bei 15°C weniger regnen und gewittern soll. Wir bemühten sämtliche Wetter-Apps und suchten die aus, die noch das beste Wetter prognostizierte. Danach sollte es zumindest am Start trocken sein, im Vormittag regnen und nachmittags wieder trocken sein. Naja, so viel sei an dieser Stelle gesagt – die App taugt nix.

Tilo, Ralf und Andreas vom ASV sowie noch zwei Dresdner Radsportfreunde haben sich trotz aller Bedenken und Überlegungen früh um 6:30 Uhr an den Start begeben. Wo sonst bereits um 6:00 Uhr 1500 begeisterte Radler standen, war der Platz zu dieser Zeit wahrscheinlich noch leer. So rollten wir auch erst unmittelbar vor dem Kanonenschlag zum Startbereich. Bereits jetzt goss es in Strömen bei 10°C, ab und zu ein Blitz am Himmel im Wechsel mit Donnergrauen. Tilo’s Worte an dieser Stelle: „Nur die Harten kommen in den Garten.“ Diesem Motto folgten wahrlich nicht alle Verrückten, denn von den knapp 3000 angemeldeten Fahren auf der langen (168 km) und kürzeren (120 km) Strecke fanden sich nur knapp 600-700 am Start ein.

Aus den Boxen dröhnte wieder in voller Lautstärke AC/DC’s Klassiker „Highway to Hell“ – passender geht es kaum, ein Highway in die zufrierende Hölle, das Stilfser Joch. Der Beginn des Rennens, rauf zum Reschenpass und die Abfahrt waren recht verhalten. Kein Gedränge, kein Geschiebe, keine hektischen Manöver wie sonst. Der Regen hingegen nahm weiter zu und es goss nach wie vor in Strömen, das Wasser stand nur so auf der Straße, wie auch in den Schuhen. Dennoch ging es noch mit der Kälte – die Regenjacke hielt ganz gut warm.

Nun warteten die 48 Kehren auf uns hinauf zum des Stilfser Joch. Zu Beginn des Anstieges überlegten wir noch kurz aufgrund einiger Blitze und Donner, ob wir es wirklich wagen sollten, bei diesem Wetter auf über 2700 m zu fahren, doch wir waren im Prinzip schon durch das Gröbste durch und ließen das Gewitter mehr oder weniger hinter uns. Während des gesamten Anstieges von knapp mehr als 2 Stunden konnte ich sonst immer anderen Fahrern zuhören, wie sie sich unterhielten oder selbst mit einigen Schwatzen, doch dieses Jahr – weitgehend Ruhe am Berg, kaum Autos, noch weniger Motorräder, über Minuten nur die Straße, der Regen und gurgelnde Bäche in dieser grandiosen Berglandschaft. Man hatte sich schon irgendwie daran gewöhnt.

Mit jeder Kehre, die man durchfuhr nahm auch leider die Temperatur ab. So zeigte der Rox oben auf der Passhöhe lediglich nur noch 3° an – aber hey…Gewitter, Donner, Dauerregen, ein See in den Schuhen und 3°…bei schönem Wetter kann ja jeder.

In der letzten Kehre nahmen Ralf und ich (Tilo befand sich zu dem Zeitpunkt bereits schon in der Abfahrt – er hat wohl mehr gefroren und musste deshalb schneller hochfahren noch bisschen Verpflegung auf und sahen zu, schnell über die Kuppe zu kommen, denn zur Kälte gesellte sich auch noch Wind. Dann ging es runter. Der Regen hatte nun aufgehört, dafür war es schweinekalte und die Straßen pitschnass. Nach dem ersten Ziehen der Bremshebel staunte ich nicht schlecht, denn langsamer wurde ich nicht. Nachdem der erste Dreck runter war, zogen sie jedoch besser und ich kam recht gut die Abfahrt hinunter. Zwischendurch durchzuckten mich zwar immer wieder ein paar Kälteschauer, so dass das ganze Rad mitwackelte, doch es ging schon irgendwie. Das Adrenalin sorgte wohl doch für ein bisschen Wärme.

In Santa Maria habe ich mich dann auf die Verpflegung gefreut und wartete auf Ralf, um gemeinsam den Ofenpass anzugehen. Hier sah ich einige gestandene Männer, die vor Zittern ihr Getränk verschütteten, umherliefen zum warmmachen oder einer in der Decke eingehüllt die freundliche Dame am Verpflegungsstand nach einer Busrückfahrmöglichkeit fragend. Ich selbst zitterte ebenfalls am ganzen Körper. Da es nun aber nicht mehr regnete und auch etwas wärmer wurde, fuhr auch nach den ersten Metern in Richtung Ofenpass auch wieder Wärme in die Glieder und es blinzelte sogar kurz die Sonne durch. Also schnell die Regenjacke ausziehen und die Sachen darunter eine Chance zum Trocknen geben. Der Ofenpass ging dann auch recht gut, gemütlich kurbelten wir hoch, denn mit einer neuen persönlichen Bestzeit haben wir bei diesen Bedingungen nun wirklich nicht geliebäugelt.

Oben angekommen kurz die Flaschen aufgefüllt und weiter ging es. Wo sich sonst bereits jetzt Grüppchen fanden um dann gemeinsam durch das Inntal zu fahren, waren wir dieses Jahr allein unterwegs. Wir rollten die ersten Kilometer hinab und was trübt die Sicht nach ein paar Minuten – schon wieder Regentropfen. Die Hoffnung, dass es sich nur um ein paar Restbestände von oben handelte, verflog schnell, denn es hieß wieder Regenjacke anziehen. Der Regen wurde nun auch wieder mehr. Die Tropfen schlugen in der Abfahrt ins Gesicht – unangenehm, schmerzhaft, nicht schön. In Zernez haben wir dann 2 Fahrer eingeholt, denen wir auch folgten, denn es war ein zügiges und gutes Tempo. Doch nach 2 Km Unterbodenwäsche in Form von Spritzwasser meines Vordermannes inklusive durchgängiger Gesichts- und Munddusche mit Peelingeffekt zwischen Ober- und Unterkiefer hat es mir gereicht und habe mich vor ihn gesetzt und so die Gruppe geführt. Mir war das einfach zu nass von vorn. Wer schneller will, soll fahren, wer nicht, der bleibt. Nach der Devise holten wir noch einige Fahrer ein und so führte ich das kleine Feld von 7,8 Fahrern bis Scuol und Martina.

An der letzten Labe in Martina und vor dem Anstieg der Norbertshöhe hielten wir noch kurz an, tranken eine Cola, entledigten uns nun wieder der Regenjacke, denn es hatte zwischenzeitlich aufgehört zu regnen. Die Fahrer, die ich im Inntal im Schlepptau hatte, bedankten sich bei mir, dass ich bisschen Lokomotive gespielt habe und wünschten noch eine gute Ankunft. Die Norbertshöhe haben wir dann auch noch weggedrückt und rollten gemeinsam als Brüderpaar ins Ziel, wo wir bereits von Claudia und Louisa mit einem Jubeln empfangen wurden. Auch Tilo wartete bereits frisch geduscht auf uns.

Unser Dresdner Mitfahrer Albrecht beendete die 168 km in sehr guten 7:09h, Tilo in 7:41h, Ralf I und Andreas in 8:28h. Ralf II kam nach 9:34h wohl behalten ins Ziel. Laut der offiziellen Ergebnisliste sind von den knapp 3000 Angemeldeten 575 gestartet, 362 haben auf der langen Strecke gefinisht und 209 haben die kurze Strecke gefinisht bzw. sind von der langen auf die kurze Strecke gewechselt und wurden in der „Schlechtwetterklasse“ gewertet.

Mein Fazit: Insgesamt war es auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, denn bei diesen durchweg schlechten Bedingungen bin ich auch noch nie Rad gefahren. Jeder Fahrer, der gestartet ist, hat eine tolle Geschichte zu erzählen. Chapeau und ein dickes Danke an sämtliche Helfer, die insbesondere am Stilfser Joch und Ofenpass in Regen und Kälte den ganzen Tag standen, um uns Verrückte zu verpflegen.

Vielleicht bis 2018 zur 25. Jubiläumsausgabe, dann aber hoffentlich mit besserem Wetter.

(Text: Andreas Hönisch)

la dolce vita – GRANDFONDO MILANO SANREMO – 11.06.2017

Zum 47. mal wurde der Frühjahrsklassiker Mailand – Sanremo für die Jedermänner. ASV-Mitglied Fred Lieske machte sich mit seinem Giant Propel auf die 296 Kilometer langen Strecke. Vom Stadtrand Mailands startete das Feld von rund 1.700 Radsportlern aus ganz Europa, durch die Lombardei und das Flachland von Piedmond. Weier ging es hoch hinauf auf den Turchino Passübergang bis zur ligurischen Riviera. Ab Genua und entlang der ligurischen Küste wurde dann das Peleton von den Einheimischen, die bei 30 Grad mit ihren italienischen Flitzern und samt den Bambinis und der Großfamilie auf dem Weg zum Strand waren, augebremst. Kurz vor Schluß stand der Anstieg auf den Zipress und die Poggio Höhen an, um dann in Richtung Sanremo zu rollen. Freddi hat das Ziel in 9 Stunden und 18 Minuten erreicht – Bravo!

7. Kleine Friedensfahrt – 10.06.2017, Elsterwerda

Es lag eine Anspannung in der Stadt, als sich knapp 130 Kinder aus Elsterwerda und Umgebung im Einzelzeitfahren auf den Distanzen von 1 km (1. -3. Klassen) und 2 km (4. – 6. Klassen) messen wollten. Und Punkt 15 Uhr ging es dann über den Parcour Wiesenstraße – Burgstraße – Kochhorstweg – Rosenstraße und zurück zum Marktplatz los und es war toll euren Ehrgeiz zu sehen!

Die 7. Kleine Friedensfahrt wurde für euch mit der Unterstützung von MEDIS, dem Landschaftsbau Elbe-Elster, der ga-Werbung, der Orthopädieschuhtechnik Kniesche, der Bauer Fruchtsaft GmbH, der Generali Versicherungen Wolfgang Seidling, der Autohaus Berger GmbH und dem Sun-Sport-Studio möglich.

…euer Ergebnisse, Urkunden und euer Zielvideo findet ihr hier…

9. Tharandter Fahrrad XXL „ERZtaler“ Marathon und 16. Tharandter Fahrrad XXL RTF „TransERZ“ – 20. Mai 2017

Bei der 16. Auflage der Tharandter RTF vertraten Ralf und Andreas die Vereinsfarben des ASV „Sun-Sport-Team“ auf der 150 km langen und mit 2250 HM doch sehr hügeligen Strecke. Nachdem bereits um 7:00 Uhr die ersten „Verrückten“ auf den langen Kanten über 230km bzw. 200km und dabei zu bewältigenden 3300 Hm/3100 Hm geschickt wurden, konnten wir etwas länger schlafen und nahmen um 9:00 Uhr die 150km-Runde unter die Pedalen. Nachdem die Wetterfrösche 3 Tage zuvor noch Regengüsse ohne Ende prognostizierten und wir uns am Donnerstag bereits auf ein „Nein Danke“ verständigt hatten, kam es doch etwas anders als gedacht. Die Vorhersagen besserten sich und siehe da, Samstag bestes Wetter bei sogar vereinzelten Sonnenstrahlen durch die lichte Wolkendecke.

Bei bestem Radfahrwetter wehte uns der Rückenwind auf der altbekannten Runde über Klingenberg und Frauenstein (1. Verpflegungspunkt – Schnittchen, Riegel, Bananen, Nüsse, Salzstangen, Tee, Wasser, Kaffee u.v.m. – wieder einmal TOP organisiert !!!) zur Grenze nach Neu-Rehefeld, anschließend über Zinnwald und Altenberg nach Schmiedeberg zur 2. Verpflegungsstation (wieder von Allem genug und noch mehr!!!).

Nun kam der wohl schwierigste Streckenabschnitt mit Anstieg nach Oberfrauendorf, schöne Abfahrt nach Glashütte, das Müglitztal bei stetig ansteigender Straße aber glücklicherweise Rückenwind Richtung Geising und Zinnwald wieder nach Schmiedeberg zurück (immer noch so viel zu essen und trinken – Wahnsinn!). Allein auf diesen 50 km mussten knapp 1000 Hm überwunden werden. Die Rückfahrt über Dipps nach Tharandt bei moderatem Gegenwind und dem Schlussanstieg zur Bergankunft in Hartha meisterten wir mit nunmehr immer schwerer werdenden Beinen auch noch irgendwie, bevor wir pünktlich gegen 15:30 Uhr im Ziel den kleinen Friedensfahrern bei ihren Rennen zuschauen konnten.

 

Alles in allem war es wieder einmal eine sehr schöne Runde mit einer top Organisation und wie immer super Verpflegung! Vielen Dank an dieser Stelle an die fleißigen Helfer.

Bis zum nächsten Jahr und in der Hoffnung, dass dann mal ein paar mehr Mitfahrer des ASV begeistert werden können.

(Text: Andreas Hönisch)

Schneegloeckchenlauf, Ortrand …per Rad!!!

Am Sonntag, dem 26.03.2017 startete eine kleine Gruppe des SUN-SPORT-TEAMS beim 7. Schneeglöckchenlauf in Ortrand. In unseren Vereinstrikots fuhren Tom Alsdorf, Andreas Hönisch, Ralf Hönisch, Steffen Wild, Marco Pfitzmann und ich, Tilo Pollack. Pünktlich um 11 Uhr startete das Feld von über 770 Teilnehmern. Es gab insgesamt 3 Verpflegungspunkte, an denen von einer sehr guten Betreuung bis hin zu Livemusik einiges geboten wurde. Ein Lob an den Veranstalter! Die ersten 40-45 km fuhren wir von hinten das Feld aufrollend an vielen Fahrern vorbei. Da ich dieses Jahr schon einige Kilometer in den Beinen hatte, übernahm ich die Führungsarbeit. Leider dauerte es doch ganz schön lange bis wir an eine Gruppe herangefahren sind, die sich auch an der Führungsarbeit beteiligt hat. Zuerst ging es in Richtung Frauendorf, Lindenau, Frauwalde weiter nach Gröden, über einen kleinen Anstieg nach Strauch. Dort wurden wir am ersten Verpflegungspunkt mit einem Megafon herzlich begrüßt. Nach einer kurzen Stärkung ging es weiter auf der 70 km-Runde immer mit ein wenig Gegenwind und dem Willen auf eine Gruppe aufzufahren, die nicht zu langsam fährt. Nach etwa 2 Dritteln der Strecke war es so weit. Nun hatten wir eine passende Gruppe gefunden. Ab nun wurde es für uns leichter und wir fuhren die Tour zügig zu Ende. Am Ziel bekam jeder Teilnehmer ein Schneeglöckchen als Medaille überreicht. Nach einer Pause sind wir dann gemütlich in Richtung Elsterwerda zurück geradelt. Bei dieser sehr gut organisierten RTF kamen zum Schluss 120km zusammen. Im nächsten Jahr sind wir sicher wieder mit einigen Leuten vor Ort. Da dort sportlich wie kulturell etwas angeboten wird, ist es ein lohnendes Ausflugsziel für die ganze Familie.

(Text: Tilo Pollack)

22. Dreilaendergiro Nauders – 2015

Mein erster Giro – Bericht über einen Selbstversuch im zarten Alter von 50 Lenzen oder „Zu alt, zu schwer und keinen Gang mehr“

(Motto eines unbekannten Herrn auf dem 3-stündigen Aufstieg zum Stilfzer Joch ( 2775 m).

 

Von Jürgen Knappe, aufgewachsen im ostfriesischen Flachland.

 

Es begann mit meiner Geburtstagsfeier im November.

Nach Erreichen einer gewissen Hochstimmung zum Vermeiden einer posttraumatischen Midlife Crisis mittels gewisser anregender Getränke, hatte Maik die spontane, glorreiche Idee die Internetseite aus Nauders zu öffnen , die Anmeldeseite aufzurufen und zu signieren-

Drei- Länder-Giro 2015 – wir sind dabei!

Welch Hochgefühl – dem neuen Lebensjahrzehnt gleich ein lebensbejahendes „Na und“ entgegengesetzt zu haben.- nun konnte nach vorn geguckt werden! Geniale Tat! Einer Eingebung folgend hatte ich die kleine, in Fachkreisen auch als „Hausfrauenrunde“ benannte Strecke gewählt – 118 km bei 2700 Höhenkilometern mit einem zugegebenerweise recht anständigen Berg – so schlimm klang das ja nun insgesamt erst mal nicht!     “Was ist überhaupt ein Höhenkilometer”     Mein höchster „Berg“ in Ostfriesland ist 12 m hoch , dort waren wir früher Schlittenfahren…

An nächsten morgen ließ das Hochgefühl etwas nach.

Überlegung: 2700 Höhenkilometer waren 200 x den höchsten ostfriesischen Berg hoch und dann noch ein Stückchen. Oder etwa 40 x den höchsten Berg Brandenburgs hinauf, den wir schon öfters mal auf unseren sonntäglichen Fahrradtouren im ASV aufs Korn genommen hatten. Und dann noch ca. 90 km – naja, ein wenig mehr Training wäre nicht schlecht – rechtzeitig anfangen das Motto der Wahl!

Januar – März   Irgendwann war es Ende März und laut selbst aufgestelltem Trainingsplan war ich bereits 500 km im Trainingsrückstand.Wenn Du nicht leiden willst, solltest Du 3000 km in den Beinen haben“ lautete der Tipp unseres Seniors Bernd.

Aber im April   ging es endlich los – nur zu dumm, dass ich sonntags zeitweise andere Verpflichtungen hatte. Wichtig war auch, dass die Familie mich unterstützte.

Mai- der Wonnemonat   Soweit so gut, die 500 km Rückstand waren definitiv nicht mehr aufzuholen, aber immerhin hatte ich im April diverse Ausfahrten unternommen und insgesamt erstmals mein Trainingsziel erreicht.- Geht doch! Im Mai stand nun eine Steigerung und eine längere Ausfahrt von 130 km an – allerdings auch diverse Familienfeste und Termine, die ein intensiveres Training nicht wirklich zuließen. Immerhin wurde das Trainingsziel „fast“ erreicht – wenn nur nicht der Berg da wäre, und irgendwie hatte ich das Gefühl dass er gewachsen war….

Kleines Krisengespräch mit Maik Anfang Juni

Auch Maik war nicht dort, wo er sein wollte- irgendwie beruhigend. Ab sofort wurde vereinbart 2 x die Woche früh aufzustehen – Treffpunkt um 5:45 an der Weintraube , denn vor dem Frühstück waren 30 km drin. Die Hochrechnung ergab: 2000 Trainingskilometer plus einige Alltagsradkilometer- waren im Bereich des Möglichen.

14 Tage vor dem Wettkampf sollst Du ruhen – dieses Vorhaben sollte klappen. Und dann ging es am Freitag in der Früh los, Maik holte mich gutgelaunt pünktlich um 3 Uhr ab. Bereits am Nachmittag erfolgte prompt der erste Bergtest mit 700 Höhenmetern. Anstrengend, aber auch wunderschön in dieser eindrucksvollen Alpenlandschaft zu rollen. Jetzt stellte sich endgültig die Vorfreude ein.

Am Samstag folgte dann ein langer Spaziergang auf der Alm zur Gewöhnung an die Höhenluft. Die Spannung stieg nochmals, als wir die Anmeldeformalitäten erledigten. Aber was war nur los mit Maik – so blass und wortkarg kannte ich ihn gar nicht. Er hatte spekuliert noch auf die kleine Runde zu wechseln, aber dies ließ der Veranstalter nicht mehr zu. Also 50 km und 1000 Höhenmeter zusätzlich – da kann man schon mal blass werden! Nunmehr war aber bei allen Fahrern eine konzentrierte Anspannung zu spüren. Die Technik wurde nochmal geprüft und recht früh ging es ins Bett, denn um 5 Uhr sollte es Frühstück geben.

Der Wettkampf   Das Wichtigste zuerst: das Wetter spielte mit! 2300 Fahrer waren zeitgleich gestartet, die meisten für die große Strecke. Das Feld sortierte sich gleich mit dem ersten Anstieg zum Reschenpass. Mein Ziel war es, die Strecke zu genießen, nicht ans Limit zu gehen und dennoch eine möglichst gute Zeit einzufahren. Die ersten 50 km waren im riesigen Peleton recht flott absolviert. Doch nun kam er – DAS JOCH – DER UNBEKANNTE BERG! 48 Serpentinen waren ausgezeichnet, während es um mich herum ruhiger und ruhiger wurde. Jeder Fahrer fuhr jetzt sein eigenes Tempo, Radfahren ist ein ehrlicher Sport! Endlich war auch ich oben – und mein Gedanke war: jetzt schön ausruhen auf der Abfahrt, aber eine neue Erfahrung wartete bereits auf mich Flachländer: Runter fahren kann unheimlich anstrengend sein, wenn man fast permanent auf der Bremse steht! Doch nach und nach werden die Serpentinen weicher, die Sicherheit wächst und unzählige Endorphine werden bei Geschwindigkeiten um 50 – 60 km/h ausgeschüttet. Nach 80 gefahrenen Kilometern denke ich:“ eigentlich hätte ich auch die große Runde fahren können!“

KM 90 bis 100   Doch entlang der Etsch geht es dann aufwärts, bei erstaunlichem Gegenwind – hier hört der Spaß auf, hier wird es wieder ernst! Bloß nicht absteigen! Um mich herum dasselbe Bild- nicht nur ich kämpfe gegen den inneren Schweinehund – irgendwann muss es doch mal vorbei sein, und so ist es dann letztlich auch:

Endspurt ins Ziel – der Berg ist bezwungen , ich habe es in ca. 6,5 h geschafft! Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Wettkampf zwar das Ziel ist, der Weg dorthin, die Vorbereitung, aber das Wesentliche war.

Ich habe mich und meine Vereinskollegen besser kennengelernt und nebenbei viel über das Radfahren gelernt und fühle mich zur Zeit so wohl, wie seit Jahren nicht mehr, wozu so ein Berg doch gut ist!

Herbst in seinen schoensten Facetten – 10. Roeder-Elbe-RTF – 21.09.2014

Kopf runter und vollen Druck auf´s Pedal. Mit 36 Sachen geht´s raus aus Gröditz und mit Spitzen von 42 km/h-plus ab in Richtung Lampertswalde. Mit einem Puls jenseits der 170 kommen wir in knapp 40 Minuten beim ersten Kontrollpunkt an. Der erste Stempel fiel auf die Karte und nahezu gleichzeitig die ersten Regentropfen …und egal welche Wetterapp wir bemühten – jede hat somit Recht behalten. Auf dem Weg nach Ortrand und weiter nach Schönborn, nahm der Regen apokalyptische Ausmaße an. Jeder von uns, durchspielte in Gedanken – im Falle eines Sturz auf den mit Gullideckeln übersäten Pavés, sich so elegant wie möglich abzurollen, um jegliche Carbonteile wie auch die Lackarbeiten am Rad zu schonen. Einen Horizont gibt es nicht und wie unwirkliche Projektionen tauchen vor uns kurze aber giftige Anstiege auf, die es verdammt nochmal sowas von in sich hatten. Nach ca. 30 km  im Dauerregen erreichen wir nochmals Lampe – Stempel Nr. 2 – die gesteckten 122 km kürzen wir einstimmig auf 75 „…solange wir damit kein Geld verdienen, kann unser Verstand auch mal gern auf unsere Frauen hören“ ;) Langsam lässt der Regen nach –YEEAAAHHHH – doch Regen bleibt Regen und das Wasser kommt weiterhin von oben, links, rechts und vom Hinterrad des Vordermanns, 800 Gramm Trinkflaschenballast hätte ein Jeder sich sparen können. Durch trilliarden Prismen gebrochen, steht über der Straße das erlösende Wort „Ziel“. Nach einer triumphalen Durchfahrt klappern wir mit nix trockenem auf der Haut zur Urkundenausgabe, wir reden von warmen Duschen, heißen Bädern, Grog, kippen noch ein isotonisches Getränk und kassieren dazu den wunderbaren Pokal – zweiter Platz der Teamwertung.

Danke Ihr RSV`ler, es war wiedermal ein Highlight, das uns noch lange, lange, lange erfreuen wird…


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